Reputation hat für Unternehmen höchste Priorität
Laut weltweiter Studie ist die Lieferkette der Resilienz-Schwachpunkt

-Erstes weltweites Benchmarking zur organisatorischen Resilienz
-Reputation vor allen anderen wichtigster Faktor für langfristigen Erfolg
-Lieferkette der gefühlte Schwachpunkt

Frankfurt am Main, 26. Oktober 2017 – Der Schutz der Reputation eines Unternehmens steht ganz oben auf der Prioritätenliste der Geschäftsführer – noch vor finanziellen Erfolgen und geschäftlichen Führungsstrategien – dies ergibt das erste weltweite Benchmarking zur organisatorischen Resilienz, das von der BSI Group Deutschland GmbH, Tochter der British Standard Institution, kürzlich veröffentlicht wurde.

Organisatorische Resilienz ist dabei als die Fähigkeit einer Organisation zu verstehen, sowohl für den schrittweisen Wandel bereit zu sein, als auch auf plötzliche Störungen reagieren, antizipieren und diese entsprechend adaptieren zu können. Damit sichert sich die Organisation nicht nur das Überleben, sondern schafft es in der Folge auch daraus zu wachsen.

In der Untersuchung wurde die Reputation eines Unternehmens als der wichtigste Faktor für den langfristigen Erfolg genannt; wichtiger noch als finanzielle Aspekte, Führungsstil sowie Visionen und Zielsetzungen. Beachtenswert: 43 Prozent der Befragten gaben an, dass das Ansehen ihres Unternehmens in ihren Augen äußerst risikoanfällig ist.

Das Ausmaß des Reputationsrisikos variiert dabei von Region zu Region: Im weltweiten Durchschnitt schätzen 62 Prozent der Befragten die Reputation ihres Unternehmens derzeit als “ausgezeichnet” oder “sehr gut” ein. In den USA sind es sogar 75 Prozent, in Großbritannien/Irland und dem Asien-Pazifik-Raum hingegen nur 55 Prozent beziehungsweise 56 Prozent. An der Untersuchung nahmen 1.250 Führungskräfte aus aller Welt teil, die zehn Branchen in drei verschiedenen Regionen abdeckten: Großbritannien und Irland, den USA und dem Asien-Pazifik-Raum.

Aus den 16 Elementen, die die organisatorische Resilienz ausmachen, filterte die Studie die relevantesten und weniger relevanten heraus, die sich wie folgt darstellen:

Am wichtigsten
1. Reputation
2. Finanzielle Aspekte
3. Führung
4. Visionen und Zielsetzung
5. Informations- und Wissensmanagement

Am wenigsten wichtig
1. Trendanalyse und Früherkennung
2. Ausrichtung
3. Gesellschaftliches Engagement
4. Kultur
5. Fähigkeit zur Adaptation

Im Rahmen der Studie wurde auch untersucht, wie erfolgreich diese Elemente wahrgenommen werden. Es ergab sich folgendes Bild:

Am leistungsstärksten
1. Finanzielle Aspekte
2. Ausrichtung
3. Führung
4. Visionen und Zielsetzung
5. Unternehmensführung und Verantwortlichkeit

Am wenigsten leistungsstark
1. Lieferkette
2. Innovationen
3. Bestandsaufnahmen
4. Informations- und Wissensmanagement
5. Sensibilisierung, Schulung und Erprobung

Howard Kerr, Vorstandsvorsitzender bei BSI, erklärt anlässlich der Veröffentlichung des Benchmarks: “In unserer unbeständigen Welt lässt sich nur schwer bestimmen, was für den Erfolg eines Unternehmens ausschlaggebend ist. Es ist allerdings ermutigend, dass Führungskräfte den Erfolg ihres Unternehmens nicht nur am Marktanteil messen, sondern auch die Bedeutung von Vertrauen und Reputation erkennen. Allerdings bedeutet unsere Kultur der Sofortkommunikation, dass die Reputation eines Unternehmens in Minuten zerstört werden kann. Daher ist es durchaus besorgniserregend, dass sich nur 62 Prozent der Befragten beim proaktiven Aufbau ihrer Reputation als “sehr gut” oder “ausgezeichnet” einschätzten.”

Die Lieferkette wurde als das wenigste widerstandsfähigste Element benannt. Den Umfrageergebnissen zufolge liegt das primär daran, dass Führungskräfte nach eigenem Empfinden wenig Einfluss auf die Lieferkette haben, da sie sich außerhalb des Unternehmens befindet. Führungskräfte müssen daher Verfahren forcieren, mit denen sich ihre Lieferkette transparent gestalten lässt und gleichzeitig Governance-Rahmen nutzen, mit denen höchste ethische Standards in ihrer Lieferkette sichergestellt sind.

Die Trendanalyse und Früherkennung schätzten die Befragten als am wenigsten wichtig ein. Ein Drittel der Unternehmen sind in diesem Bereich nach eigenen Angaben “durchschnittlich” bis “schlecht” aufgestellt. Dabei ist es unerheblich, wie lange das Unternehmen bereits besteht: Durch mangelnde Prozesse und Systeme können Unternehmen nicht aus bisherigen Ereignissen lernen, mögliche Risiken erkennen und die nötigen Änderungen umsetzen.

Kerr schlussfolgert: “Die in unserem Bericht aufgedeckten Schwierigkeiten lassen sich nicht ohne Weiteres beheben, sondern sollten in einer fortlaufenden Verbesserung angegangen werden. Organisatorische Resilienz ist ein beständiger Prozess. Dass man bisher Erfolg hatte, ist kein Garant dafür, dass es so weitergeht. Nur durch eine entsprechende Unternehmenskultur können Unternehmen Resilienz erreichen und beibehalten. Wir hoffen, der BSI Organizational Resilience Index inspiriert mehr Unternehmen, diesen Prozess einzuleiten und dabei neu zu bewerten, ob ihre Abläufe den besten Praktiken ihrer Branche entsprechen oder ob sie handeln müssen.”

Berichtsmethodik:
Für den BSI Organizational Resilience Index wurden 1.263 Führungskräfte von Unternehmen aus zehn Branchen befragt (Luft- und Raumfahrt, Automobil, Bauwesen, Energie, Finanzen, Nahrungsmittel, Gesundheitswesen, Fertigung, Fachdienstleistungen, Telekommunikation/ IT). Die Studie deckte drei Regionen ab (Großbritannien und Irland, die USA sowie den Asien-Pazifik-Raum: Australien, Japan, China und Indien).

Befragtenprofil nach Unternehmensumsatz:
31 %: 250 Mio. US-Dollar oder weniger
40 %: Zwischen 251 Mio. und 750 Mio. US-Dollar
15 %: Zwischen 751 Mio. und 1 Mrd. US-Dollar
15 %: Mehr als 1 Mrd. US-Dollar

Die Umfrage wurde in der ersten Hälfte des Jahres 2017 durchgeführt.